Rückblick von Wolfgang Stark

Liebe Gemeindeglieder, liebe Schwestern und Brüder,

am 20. Oktober wählen wir den Gemeindekirchenrat, das höchste Leitungsgremium der Kirchengemeinden neu. Das geschieht eine Woche vor der Landtagswahl, auf Wahlkampf mit all seinen Erscheinungsformen können wir jedoch verzichten. Wir brauchen uns nicht über unterschiedliche Programme zu streiten, unser Programm ist Gottes Wort.

Bei unserer Wahl geht es darum, dass Sie denjenigen Gemeindegliedern, die bereit sind, wieder oder neu für den Gemeindekirchenrat zu kandidieren ihr Vertrauen geben und von Ihrem Wahlrecht - vor allem durch die Möglichkeit der Briefwahl - rege Gebrauch machen.

Einer guten demokratischen Gepflogenheit möchten wir an dieser Stelle dennoch folgen und am Ende der Legislaturperiode ein wenig Bilanz ziehen. Es ist über viel Gutes, über Erfolge und Fortschritte zu berichten, gleichwohl gibt es Misserfolge und Liegengebliebenes. Das alles erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - das würde den Rahmen des Rückblicks sprengen.

Am ersten Advent 2013 fand der Einführungsgottesdienst des Gemeindekirchenrates statt - die voraussichtlich letzte Sitzung in dieser Zusammensetzung wird Anfang Oktober sein.            
Zu allererst gilt es, allen Mitgliedern des bisherigen Gemeindekirchenrates, auch denen, die zwischenzeitlich ausgeschieden sind, für Ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohl der Kirchengemeinde herzlich zu danken. Der besondere Dank für Ihren langjährigen, treuen Dienst gilt denen, die aus Altergründen nicht wieder kandidieren.

Wesentliche Aufgabe des Gemeindekirchenrates ist es, die Pfarrer und den Kantor in ihrer Verantwortung für die Verkündigung des Wortes, und damit für das funktionierende Glaubensleben der Gemeinden nach besten Kräften zu unterstützen, indem im Rahmen des Möglichen ehrenamtlich Aufgaben übernommen werden.        
Wöchentliche Gottesdienste in beiden Gemeinden, regelmäßige Andachten in den Senioreneinrichtungen und Gemeindenachmittage, Arbeit in Gruppen und Kreisen sowie der Besuchsdienst sind heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Wichtig sind die neuen Formen des Gemeindelebens für Junge Erwachsene und Kinder wie z.B. die FamilienKirche, die gleichfalls regelmäßig stattfinden.   
Die Aufzählung der Aufgaben, bis hin zu den „normalen“ Kasualien, die durch die Hauptamtlichen zu bewältigen sind, ließe sich fortsetzen. Und der Umfang der technischen und organisatorischen Aufgaben nimmt zu, so dass diese ohne Mittun des GKR bei weniger werdenden Mitarbeitern nicht mehr allein zu bewältigen sind.

Wichtig war uns immer eine gute und stets besser werdende Öffentlichkeitsarbeit. Eine aktuelle, ansprechende und gut besuchte Internetseite zum einen und die gute Zusammenarbeit mit der Lokalpresse mit einer ausführlichen, wohlwollenden Berichterstattung über das Gemeindeleben sind das Ergebnis.

Geht es um Öffentlichkeitsarbeit, ist auch die nunmehr im dritten Jahr laufende Aktion "Offene Kirchen" zu nennen. Die sich dort zusammengefundene Gruppe Freiwilliger sichert im Sommerhalbjahr immer zu den Markttagen (Mittwochvormittag in Mehlis, Freitagvormittag in Zella) die verlässliche Öffnung der jeweiligen Kirche ab. Den freiwilligen Helfern - auch den Geschwistern aus der katholischen Gemeinde - an dieser Stelle einen herzlichen Dank für ihre Einsatzbereitschaft.

Die vergangenen sechs Jahre waren anfangs u.a. bestimmt vom personellen Wechsel in der Kantorenstelle. Trotz teilweise - auch menschlich - schwieriger Entscheidungen gelang eine relativ schnelle Neubesetzung der Kantorenstelle zum 01.11.2015. Eine spürbare Belebung und Veränderung der Chorarbeit und in den instrumentalen Gruppen ist mit Freude zu vermerken. Die teils sehr aufwändigen musikalischen Gottesdienste taten ein Übriges für die wachsende Resonanz und Ausstrahlung. Aber auch all denen, die während des Wechsels geholfen haben, diese Zeit ohne Brüche für das kirchenmusikalische Leben in der Gemeinde zu bewältigen, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Für´s Gemeindeleben wichtig sind intakte Räume - unsere Kirchen und Gemeindehäuser. So stand Erhaltung und Zukunft unserer Gebäude häufig im Mittelpunkt der Arbeit des GKR. In der vorhergehenden Wahlperiode wurden hierzu richtungsweisende Entscheidungen getroffen.               
Der Beschluss zum Verkauf des Gemeindehauses Fortgasse erfolgt mit der Aufgabe, dass eine künftige Nutzungen durch die Kirchengemeinde möglich sein solle.            
Ein Konsensbeschluss erfolgte dazu, dass alle künftigen Aufwendungen auf die Sanierung des Pfarrhauses und den Ausbau eines Gemeindezentrums in der Louis‑Anschütz-Straße konzentriert bleiben; denn nur dadurch war es möglich, sowohl von Kirchenkreis und Landeskirche als auch von der Gemeinde Zella-Mehlis verbindliche, längerfristige Finanzierungs- und Förderzusagen zu bekommen.

Das Mühen um ein Finanzierungs- und Betreiberkonzept für die Forstgasse als betreutes Wohnen scheiterte letztlich an fehlenden Partnern. Daraufhin wurde Anfang 2016 nach Ausschreibung und Genehmigung durch den Kirchenkreis der Verkauf des Objektes beschlossen.       
An dieser Stelle herzlichen Dank den Mitgliedern des Posaunenchores für Engagement und die umfangreiche Hilfe bei der schnellen Beräumung und Entrümpelung des Objekts, das die neuen Eigentümer saniert und zu einer ansehnlichen Wohnanlage umgebaut haben.

Die Sanierung des Pfarrhauses als erstem Bauabschnitt konnte im Herbst 2014 begonnen werden und wurde im Juli 2016 fertig. Dafür musste alles beräumt werden, das Pfarrerehepaar für fast anderthalb Jahre ausziehen.

Der zweite Bauabschnitt konnte bisher leider noch nicht begonnen werden, denn trotz aller Bemühungen ist noch keine tragfähige Finanzierung zustande gekommen. Die erforderlichen und erheblich gestiegenen Baukosten für den 2. Bauabschnitt konnten bisher nicht gesichert werden, beantragte Förderungen blieben bisher aus. So wird die Realisierung des 2. BA eine wesentliche Aufgabe des neuen GKR bleiben, ließen sich damit auch manche der wahrgenommenen räumlichen Einschränkungen beseitigen. Die Stadt Zella-Mehlis steht nach wie vor hinter ihren Zusagen, dieses Projekt nach Kräften zu unterstützen.

Dabei darf nicht die Aufgabe der denkmalgerechten Renovierung der Magdalenenkirche außer Acht bleiben, auch sie wird die Gemeinde weiterhin beschäftigen. Einige Einzelvorhaben, wie z.B. die Orgelreinigung konnten bereits ausgeführt werden, die Gesamtaufgabe bleibt.     
Dennoch gab es augenfällige Veränderungen, wie die Anschaffung der Sitzpolster, des neuen Läufers und der Einbau der neuen Bleiglasfenster. Diese wurden unabhängig davon durch großzügige, zweckgebundene Spenden ermöglicht.

Die Erhaltung und Instandhaltung der Christuskirche Oberhof bleibt ebenso ständige Aufgabe, die Erneuerung der Eingangstüren war nur ein kleiner Schritt auf diesem Weg.

Nicht zu vergessen die ständig anfallenden diversen Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten, um die sich der GKR kümmern muss - und wenn es auch nur eine verstopfte Dachrinne an St.Blasii ist.

Die Kirchengemeinde ist Träger des christlichen Kindergartens "Sonnenschein"; dessen Wohl und Wehe lag in der abgelaufenen Wahlperiode gleichfalls in der Verantwortung des GKR. Dieser hat sich im wahrsten Sinne des Wortes segensreich entwickelt. Auch auf Grund seiner pädagogischen Ausrichtung als Montessori-Kindergarten hat er sich zu einer sehr begehrten Einrichtung entwickelt. Allen Mitarbeitern dafür herzlichen Dank.     

Liebe Gemeindemitglieder,

der GKR hat in der abgelaufenen Wahlperiode alle seine Entscheidungen stets danach ausgerichtet, Schaden gleich welcher Art von der Kirchengemeinde abzuwenden. Entscheidungen sind immer mit Für und Wider verbunden - wir haben Sie uns nie leicht gemacht. Manche waren auch schmerzlich.

Die 2016 begonnene Kirchenkreis- Visitation in unserer Gemeinde war hilfreich. Hat sie uns in vielerlei Dingen und Entscheidungen bestätigt, so war sie uns auch Hilfe, Schwachpunkte im Miteinander wahrnehmen zu lassen. Anhaltende, belastende Strukturdiskussionen um die Beiratsarbeit konnten beendet, die Kommunikation verbessert werden. Auch unser Vorschlag zur Einführung der regelmäßigen Gemeindesprechstunde war hier erfolgreich. Dort kommen nun aktuelle und manchmal auch akute Probleme schnell auf den Tisch, von dem aus sie gelöst, bzw. geklärt werden können. Dazu möchten wir stets aufs Neue ermutigen, diese Gelegenheit zu nutzen.

Wir danken Ihnen allen, die unsere Entscheidungen - entweder kritisch begleitet - oder mitgetragen haben für ihr Mittun und ihr Interesse an unserer Arbeit zum Wohl der Gemeinde. Und wir wünschen uns, dass sich auch künftig immer wieder Gemeindeglieder bereitfinden, mit ihrem Engagement in Ausschüssen und Beiräten die Arbeit des GKR zu unterstützen und zu bereichern.

Wir wünschen dem neu zu wählenden GKR viel Erfolg, eine kritisch- konstruktive Begleitung durch die Gemeindeglieder und bei allem künftigen Tun Gottes segnende und lenkende Hand.


Ihr
Wolfgang Stark
(Gemeindekirchenratsvorsitzender)

 
 
Zum Seitenanfang